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Posts Tagged ‘Liebeskummer’

Unsere Eltern, ältere Brüder oder Schwestern, beste Freundinnen oder Freunde tun ihr bestes um es zu verhindern, aber es scheint kein Weg daran vorbeizuführen: Mindestens einmal pro Leben wird uns das Herz gebrochen.

Wir durchweinen Nächte, ertränken uns in Alkohol, baden in Selbstzweifeln und schaffen es langsam, Millimeter für Millimeter, manchmal sogar Dezimeter große Stücke weit, uns wieder aufzurappeln. Sogar wieder Vertrauen zu fassen. Wenn wir Glück haben, ein größeres Glück zu finden, als wir es je zuvor geglaubt gefunden zu haben.

Doch was zurück bleibt, egal wie glücklich wir nun sein mögen, ist diese eine Stelle an unserem Herzen, die sich dunkel verfärbt zu haben scheint und die einfach nicht wieder munter und fröhlich durchblutet werden will. Die sich aus dem Leben und vor allem aus Gefühlen raushalten will. Die uns immer wieder sagt: Mir wurde weh getan.

Was tun, damit auch sie heilen kann? Gibt es eine Anleitung dafür, gebrochene Herzen wieder herzustellen? Zu kitten? In eine Reha zu schicken? Welche Therapie wirkt am besten?

Da begegnen sich zwei Freunde, ein Mann und eine Frau, die beide auf ihre ganze eigene Art und Weise verletzt wurden. Die Frau meint, sie würde sich am liebsten für die Ungerechtigkeit, die ihr widerfahren ist, rächen, einen richtig fiesen Racheplan aushecken. Und der Mann? Er steht einfach nur verständnislos da. Schaut seine gute Freundin zweifelnd an und fragt: Warum rächen? Was bringt dir das? Mir reicht es zu hassen.

Also wie verhält man sich nun richtig? Stillschweigend akzeptieren, dass man verletzt wurde, womöglich sogar hintergangen wurde? Oder doch den Schmerz an der Person auslassen, die einem ein Stück wertvollen Boden unter den Füßen weggezogen hat? Und vor allem: Hat man das Recht sich einzumischen in ungerechte Geschehen? Sagt man einer Person, mit der man gut bekannt oder befreundet ist, dass sie hintergangen wurde oder hintergangen wird? Gibt es einen Knigge für gebrochene Herzen?

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Sie ist wohl das heiß begehrteste Accessoire des Frühlings. Wer sie trägt, hat ein wahres Schnäppchen gemacht. Denn sie gibt es nur im Paket zu kaufen. Im Paket mit zufriedenem Lächeln, Augen, die mehr strahlen als die Frühlingssonne und einem Teint, der immer etwas leuchtender aussieht als normal: die rosarote Brille.

Aber wie viel Must Have steckt wirklich in den Gläsern mit Prinzessinenfarbe?

Keine Frage, sie sieht toll aus. „Ich hab einfach kein Brillengesicht.“ – Dieser Satz war gestern. Das rosarote Prachtstück verschönert einfach jeden. In Kombination mit der neu gewonnenen, zum Quietschen glücklichen Ausstrahlung, steht der Modelkarriere des Brillenbesitzers nichts mehr im Weg.

Also tolles Aussehen für die Ewigkeit? Mitnichten!!!

Die traurige Wahrheit: Die rosarote Brille ist ein Blender!

Ehemalige Träger berichten von unerklärlichen Sinnestäuschungen und Verhaltensveränderungen. Körperproportionen anderer Menschen können plötzlich nicht mehr richtig eingeschätzt werden. Die Fähigkeit scheinheilige Ausreden zu entlarven, geht mit Aufsetzen des Designerstücks anscheinend vollkommen verloren. Der gesunde Menschenverstand beim Treffen von Entscheidungen scheint oftmals regelrecht ausgeschalten zu sein. Wörter wie „Pessimismus“, „Bedenken“ und „Vorsicht“ sind in den Wortschätzen der Brillenträger von einem Tag auf den nächsten nicht mehr vorhanden. Gelöscht von der Festplatte. Ersetzt durch vermeintliche Boten des Glücks. „Traumprinz“, „Mr. Big“, „zukünftiger Ehemann“, „Vater meiner Kinder“, „Umzugsunternehmen“ und „Ikea“ nisten sich wie Viren in das tägliche Vokabular ein. Warnungen von Freunden werden verächtlich als Neid entlarvt. Happy-Go-Lucky. Nichts bringt den Brillenträger dazu, über Bord des Traumschiffes der Liebe zu gehen.

Fast nichts.

Trüb. Trübheit wohin das Auge reicht. – Die Lebensdauer der Gläser des Glücks ist enttäuschend. Kaum existent. Umtausch ausgeschlossen. Keine Garantie.

Auf Weltumarmung folgt Ernüchterung. „Wie konnte ich nur so blind sein?“, „Warum hast du mich nicht gewarnt?“, „Wie konnte ich mich nur so in ihm täuschen?“. Auf das Liebestaumeln folgen Kleenex im Dauerabo. Das Gefrierfach wird wegen Überfüllung mit blauen Gel-Augen-Masken geschlossen. Das Wörterbuch landet im Papiermüll.

Endstation Kontaktlinse.

Kein Grund zu verzweifeln. Die nächste Brillensaison folgt bestimmt. Doch diesmal besser mit Optikerbesuch. Der soll doch bitte eine Inschrift in die rosaroten Gläser gravieren: Sei vorsichtig. Er ist auch nur ein Mensch!

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„Ich kann dir nichts versprechen.“ Fünf Worte, die für mich die Welt bedeuteten.

Ausgesprochen von einem Kollegen als Antwort auf eine Bitte, wäre mir sofort klar, dass ich mich gleich selbst um das Gebetene kümmern kann. Eine Vertröstung mit vorprogrammiertem Nein.

Ausgesprochen von IHM, waren diese Worte all meine Hoffnung, all das, an was ich mich noch klammerte.

Sah ich ihm beim Aussprechen des verfluchten „Ich kann dir nichts versprechen.“ in die Augen, schaltete der letzte Funken Verstand in mir noch endgültig den Betrieb ab.

Ich war verloren in Worten, die die größte Vertröstung der Welt bedeuten können – aber doch nicht mussten, einfach nicht durften, wenn ER sie mit seinen Lippen und Augen formulierte…

Heute, ein paar Monate später, blicke ich zurück auf eine junge Frau, die ich am liebsten an den Schultern packen und rütteln würde, rütteln bis dieser letzte Funken aus ihr hinausfällt.

Warum lassen wir uns nur immer wieder so vertrösten? Warum wollen wir nicht einsehen, wann wir ihn verloren haben?

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