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Posts Tagged ‘Liebe’

Unsere Eltern, ältere Brüder oder Schwestern, beste Freundinnen oder Freunde tun ihr bestes um es zu verhindern, aber es scheint kein Weg daran vorbeizuführen: Mindestens einmal pro Leben wird uns das Herz gebrochen.

Wir durchweinen Nächte, ertränken uns in Alkohol, baden in Selbstzweifeln und schaffen es langsam, Millimeter für Millimeter, manchmal sogar Dezimeter große Stücke weit, uns wieder aufzurappeln. Sogar wieder Vertrauen zu fassen. Wenn wir Glück haben, ein größeres Glück zu finden, als wir es je zuvor geglaubt gefunden zu haben.

Doch was zurück bleibt, egal wie glücklich wir nun sein mögen, ist diese eine Stelle an unserem Herzen, die sich dunkel verfärbt zu haben scheint und die einfach nicht wieder munter und fröhlich durchblutet werden will. Die sich aus dem Leben und vor allem aus Gefühlen raushalten will. Die uns immer wieder sagt: Mir wurde weh getan.

Was tun, damit auch sie heilen kann? Gibt es eine Anleitung dafür, gebrochene Herzen wieder herzustellen? Zu kitten? In eine Reha zu schicken? Welche Therapie wirkt am besten?

Da begegnen sich zwei Freunde, ein Mann und eine Frau, die beide auf ihre ganze eigene Art und Weise verletzt wurden. Die Frau meint, sie würde sich am liebsten für die Ungerechtigkeit, die ihr widerfahren ist, rächen, einen richtig fiesen Racheplan aushecken. Und der Mann? Er steht einfach nur verständnislos da. Schaut seine gute Freundin zweifelnd an und fragt: Warum rächen? Was bringt dir das? Mir reicht es zu hassen.

Also wie verhält man sich nun richtig? Stillschweigend akzeptieren, dass man verletzt wurde, womöglich sogar hintergangen wurde? Oder doch den Schmerz an der Person auslassen, die einem ein Stück wertvollen Boden unter den Füßen weggezogen hat? Und vor allem: Hat man das Recht sich einzumischen in ungerechte Geschehen? Sagt man einer Person, mit der man gut bekannt oder befreundet ist, dass sie hintergangen wurde oder hintergangen wird? Gibt es einen Knigge für gebrochene Herzen?

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Und plötzlich ist alles anders. Nur ein Abend. Ein Blick. Eine Flut an Blicken. Das erste Lächeln. Das erste ausgetauschte Wort. Das erste weggeschnappte Bier. Das erste verlorene Kickerspiel.

Und plötzlich fragst du dich, warum dir dieser Mensch nicht schon vor einem Jahr über den Weg gelaufen ist. Warum du auf dieses innerliche Verrücktwerden vor Unfassbarkeit so lange warten musstest. Wie es sein konnte, dass ihr seit anderthalb Jahren in der gleichen Stadt lebt, sich eure Augen aber noch nie getroffen haben. Wie ihr in den letzten anderthalb Jahren überhaupt in dieser Stadt leben konntet, ohne ständig von dem Gefühl begleitet zu werden: Da kommt was ganz großes auf mich zu.

Und plötzlich trägst du sie selbst. Die Gläser in Prinzessinnenfarbe. Und du kannst es nicht fassen. Nicht fassen, dass dir ein Mensch so vertraut ist, den du eigentlich noch gar nicht kennen dürftest. Das plötzlich ein anderer Mensch jeden deiner Gedanken bestimmt. Und er dich wahnsinnig macht. Wahnsinnig vor Glück, wenn er bei dir ist. Wahnsinnig vor Sehnsucht, wenn er dir einen Abschiedkuss gibt. Wahnsinnig vor Leben, weil du ihn treffen durftest. Weil du ihn kennen lernen darfst. Weil du ihn an deiner Seite haben darfst. Wahnsinnig vor Unbegreiflichkeit, weil du den Sternen auf einmal so nah bist…

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„Ich kann dir nichts versprechen.“ Fünf Worte, die für mich die Welt bedeuteten.

Ausgesprochen von einem Kollegen als Antwort auf eine Bitte, wäre mir sofort klar, dass ich mich gleich selbst um das Gebetene kümmern kann. Eine Vertröstung mit vorprogrammiertem Nein.

Ausgesprochen von IHM, waren diese Worte all meine Hoffnung, all das, an was ich mich noch klammerte.

Sah ich ihm beim Aussprechen des verfluchten „Ich kann dir nichts versprechen.“ in die Augen, schaltete der letzte Funken Verstand in mir noch endgültig den Betrieb ab.

Ich war verloren in Worten, die die größte Vertröstung der Welt bedeuten können – aber doch nicht mussten, einfach nicht durften, wenn ER sie mit seinen Lippen und Augen formulierte…

Heute, ein paar Monate später, blicke ich zurück auf eine junge Frau, die ich am liebsten an den Schultern packen und rütteln würde, rütteln bis dieser letzte Funken aus ihr hinausfällt.

Warum lassen wir uns nur immer wieder so vertrösten? Warum wollen wir nicht einsehen, wann wir ihn verloren haben?

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