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Können Männer und Frauen einfach nur befreundet sein?

Hah! Generation um Generation stellt sich diese Frage. Männer berufen sich bei der vermeintlich einzig wahren Antwort auf „Harry und Sally“. Frauen können zur Not immer noch auf ihren schwulen besten Freund ausweichen.

Nein trifft Ja. Und wer hat Recht?

Die einzig wahre Antwort gibt es…natürlich nicht hier. Aber meine Antwort zumindest. Und vielleicht kann sich eure Antwort ja ein kleines Beispiel an ihr nehmen?

Schauplatz:
Paris, Quai d’Austerlitz, genauer gesagt, das Seine-Ufer unterhalb.

Bühnenbild:
Eine Decke, zwei leere Champagnerflaschen, Baguettekrümel, Käserinde, Salamihaut, Zigarettenkippen, Erdbeerblüten.

Darstellende:
Ihr bester Freund und ihre Wenigkeit.

Prolog:
Aus einer Spinnerei heraus sind sie und er für ein extra langes Wochenende in der Stadt der Liebe gelandet. Nur ein paar Tage nach ihrem Geburtstag. Er, ein Mann vor den besten Jahren, der sich vorgenommen hat ihr die Welt zu Füßen zu legen. Sie, eine Frau, die sich laut ihm nicht mehr Mitte 20 nennen darf, und seit Monaten in Liebeskummer schwelgt. Paris – die Chance, sie in die Welt der Glücklichen zurückzuführen.

1. Akt:
Die perfekte Wiese ist gefunden. Die Decke wird in elegantem Schwung auf die frühlingsfrischen Grashalme geschwungen. der Champagnerkorken knallt.

2. Akt:
Die Erdbeeren werden zusammen mit dem Champagner vernascht, denn erst dann entfaltet sich ihr wahres Aroma. (Schmacht. Richard, du bist immer an unserer Seite!) Die Blicke der Darstellenden treffen sich. Er grinst. Sprüht vor Charme. Seine Komplimente bringen Eis zum Schmelzen. Sie lächelt ihn an, grinst, lacht, trinkt, plappert, genießt, schwelgt, träumt, schmachtet – doch die Augen bleiben leer.

3. Akt:
Seine Hand wandert langsam um ihre Taille, zieht sie ein Stück zu sich heran, streicht ihr eine Strähne aus dem Gesicht. Und: Machtlosigkeit. Ihre Tränen sind stärker als die Ausstrahlung der Stadt. Er traut sich nicht sie wegzuwischen. Sinnlos. Sie werden trocknen. Sie müssen trocknen. Sie müssen trocknen….

Doch nicht in Paris. Nicht durch seine Hand. Doch durch seine Worte.

Epilog:

Die Decke schwingt. Gebrochene Grashalme fallen von ihr hinab. Die Champagnerflaschen landen im Müll. Sie hinterlassen zwei grinsende und glucksende Gestalten. Die sich kichernd die unmöglichsten Geschichten, Gedanken, Träume erzählen. Sich in den Arm nehmen. Angrinsen. Schubsen.

Sind es Harry und Sally? Wer weiß? Es sind sie und ihr bester Freund. Es sind sie, ihr bester Freund und irgendwie auch Paris. Und irgendwie auch ihr Liebeskummer. Aber nicht ihrer. Sondern ihrer. Und der Beweis, dass es Freundschaft zwischen Mann und Frau gibt.

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