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Paris sehen und sterben! Naja, fast. Aber glaubhaft wäre es schon.

Ich bin in Paris. Zum ersten Mal in meinem Leben. Ich war vorher schon in die Stadt verliebt, ich bin es immer noch. Und Paris hat die Chance, die Liebe meines Lebens zu werden.

Ich bin umgeben von der angeblich erotischsten Sprache der Welt und verzaubert. Verzaubert von jedem Oui oder Non. Verzaubert von jedem Comment ça va?

Ich werde hier bleiben. Ganz einfach.

Ich werde mindestens einen Tag im Jahr im Louvre verbringen. Grinsend vor einem Rembrandt stehen (Ja Stefan,ich habe es getan). Werde mindestens einmal im Jahr mit staubig weißen Schuhen auf einer versteckten Wiese in den Tuilerien sitzen. Werde von dort auf den Eiffelturm blicken und es nicht fassen können, wie er anscheinend gemalt am blauen Horizont prangt.

Vielleicht werde ich bis dahin mehr als ein Gericht auf der Speisekarte erkennen. Aber hey, das Boeuf Bourguignon am ersten Abend war super.

Das Boeuf Bourguignon an meinem ersten Abend in Paris. An meinem ersten Abend in der Stadt, in die ich mich schon verliebt hatte, bevor ich sie das erste Mal spüren durfte.

„Ich kann dir nichts versprechen.“ Fünf Worte, die für mich die Welt bedeuteten.

Ausgesprochen von einem Kollegen als Antwort auf eine Bitte, wäre mir sofort klar, dass ich mich gleich selbst um das Gebetene kümmern kann. Eine Vertröstung mit vorprogrammiertem Nein.

Ausgesprochen von IHM, waren diese Worte all meine Hoffnung, all das, an was ich mich noch klammerte.

Sah ich ihm beim Aussprechen des verfluchten „Ich kann dir nichts versprechen.“ in die Augen, schaltete der letzte Funken Verstand in mir noch endgültig den Betrieb ab.

Ich war verloren in Worten, die die größte Vertröstung der Welt bedeuten können – aber doch nicht mussten, einfach nicht durften, wenn ER sie mit seinen Lippen und Augen formulierte…

Heute, ein paar Monate später, blicke ich zurück auf eine junge Frau, die ich am liebsten an den Schultern packen und rütteln würde, rütteln bis dieser letzte Funken aus ihr hinausfällt.

Warum lassen wir uns nur immer wieder so vertrösten? Warum wollen wir nicht einsehen, wann wir ihn verloren haben?

Morgen ist es soweit: Mein erstes Mal Paris. Heutiger Plan: Koffer packen. Doch das klingt leichter als gesagt. Was packe ich nur ein?

„Bequeme Schuhe und eine regenfeste Jacke, man weiß ja nie.“ wäre ja wohl eine gelungene Möglichkeit. Zumindest wenn man praktisch denkt. Zumindest, wenn man auch aus 2 Kilometer Entfernung als Tourist, nein, als deutscher Tourist enttarnt werden will.

Aber deutsche Touristin? Nein, nicht mit mir!. Ich bin verliebt in diese Stadt, obwohl ich noch nie da war. Und ich möchte, dass sie sich  mindestens genauso in mich verliebt. Liebe auf den ersten Blick. Ohne wenn und aber. Ohne praktische Outfits. Ich will gefallen. Also: Was packe ich ein? Was ziehe ich an?

Ich packe meinen Koffer und nehme mit: Mein Lieblingspaar graue Stiefel, die lilafarbenen Pumps. Flache Schuhe? Ok, wenn sie noch hineinpassen. Reichen ein Paar graue Stiefel? Das neue Jeanskleid, die schwarzen Shorts, den schwarzen Rock, ach, vielleicht doch noch die schwarzen Pumps. Die Lieblingsjeans, unbedingt das Lieblingssport in lila und schwarz, das graue Shirt, was bei der letzten Party so gut ankam, das geblümte vielleicht auch noch? Natürlich Fön (vertraue nie einem Hotelfön), Haarglätter, Shampoo, Spülung, Kur, Glättbalsam, ….. und natürlich mein rückengerechtes Kissen, zwei Bücher, das Moleskin, den Terminkalender, eine Auswahl an Sonnenbrillen….

Herrje, 5 Tage und nur ein Koffer?! Ganz tief einatmen und ausatmen: Du fährst mit dem Zug. Keine Panik. Keine Gewichtsbeschränkung. Es kann alles noch gut gehen.

Also weiter…. Hhm… Irgendwie… Ich sollte dringend an meiner Tagesplanung arbeiten. Mindestens ein Shoppingtrip passt bestimmt noch rein.

Nagelverliebt

„Ich mag es lieber wenn du keinen farbigen Nagellack trägst, dass sieht sonst so nach Hexe aus!“ Bitte was? Vielleicht sollte ich den Kontakt zu diesem Kritiker lieber abbrechen? Wie kann Mann denn nicht beim Anblick meiner handlichen Farbenpracht abheben, vor Verzückung, Begeisterung, spontanem Anfall von Liebe auf dem ersten Blick?

Liebe Männerwelt: Bitte kritisiert nie, aber wirklich nie die Wahl unseres Nagelschmucks. Seit euch einfach sicher, dass der Nagellack unser Outfit erst verkomplettiert, wir ohne ihn einfach nur halb so spannend wären! Vertraut uns einfach und ja: Verliebt euch in unsere Nägel!

Das Sorgenkind

„In Deinem Alter war ich schon verheiratet und hatte zwei Kinder.“ Wie oft durfte ich mir das schon anhören? Vermeintlich als Spaß, doch wie viel Unverständnis steckt dahinter?

Ich gestehe: Ich bin 27, nicht verheiratet, kinderlos und lebe nicht einmal mit einem Partner zusammen. Muss ich mir Sorgen um mich machen? Müssen sich andere Sorgen um mich machen?

Meine Schwester zum Beispiel hielt mir vor kurzem vor, sie sei mit ihrem Freund schon 13 Jahre zusammen, was hätte ich denn vorzuweisen?

Klar, ich konnte bis jetzt noch keinen Mann so lange an meiner Seite halten (in wen war ich eigentlich mit 14 verliebt?), aber ist die Formulierung richtig? Sollte es nicht lieber heißen: Wollte keinen Mann?

Ich bin schließlich vollkommen unabhängig. Kann die Nächte durchfeiern und Tage durchschlafen (kein Protest bitte, natürlich nur die Wochenenden) und ich muss nur vor mir selbst den leeren Kühlschrank rechtfertigen, weil das neue Paar Schuhe doch verlockender war als die Lebensmittel zum Zehntel des Preises.

Ich kann den ganzen Sonntag ungeschminkt im ausgeleierten Schlafanzug rumlaufen, ohne mich vor meinem Freund zu schämen. Und es fällt niemandem auf, wenn ich mir mal einen Tag nicht die Beine rasiere.

Natürlich, begrüßt werde ich zu Hause nur von meinen beiden Wellensittichen. Da steht kein gedeckter Tisch vor mir, kein Blumenstrauß als Überraschung. Niemand massiert mir die Füße oder flüstert mir ein „Träum süß“ ins Ohr.

Aber seien wir ehrlich Mädels: Wie oft kocht euer Freund tatsächlich abends für Euch? Wann habt ihr zum letzten Mal Blumen geschenkt bekommen? Wie viele Stunden müsst ihr immer für eine zweiminütige Massage betteln? Und wie oft schläft er eigentlich einfach schnarchend neben euch ein?

Ich gestehe: Ich bin 27, nicht verheiratet, kinderlos und lebe nicht einmal mit einem Partner zusammen. Und ich genieße es. Denn hey, ich bin erst 27!

Es ist toll Frau zu sein. Wir sind wunderschön. Intelligent. Dürfen hunderte von Schuhen und Handtaschen besitzen, ohne schief angeguckt zu werden. Dürfen heulend vor dem Fernseher sitzen. Können mit einem süßen Augenaufschlag jeden Fehler wieder gut machen. Wir dürfen zickig sein. Wir dürfen James Blunt hören ohne uns schämen zu müssen. Können unmögliches Verhalten auf die Hormone schieben. Und wir schaffen es immer wieder zu überraschen: Uns und die anderen!

Es ist toll Frau zu sein. Mit allem was dazu gehört. Ladies Nights. Liebeskummer. Überzogener Kreditkarte. Rosa Trinkschokolade. Heulkrampf am Telefon. Dem Traum von der perfekten Hochzeitstorte.

Gib dich nicht mit weniger zufrieden. Hol dir die Sterne vom Himmel. Sei eine Sternenfängerin.