Feeds:
Beiträge
Kommentare

Archive for April 2010

Ein Facebook-Chat im Februar:

Bettina: Ich will im Urlaub nach Paris und find keinen, der mit will

Ich: Ich war noch nie in Paris…

Bettina: willste mit?

Ich: Ah! Wink verstanden

Und also fuhren Bettina und ich nach Paris. Einfach so. Aus einer Facebook-Spinnerei heraus.
Eine weitere Spinnerei brachte mich dazu, ihr zum Geburtstag ein Champagner-Picknick an der Seine zu schenken, ganz gegen meine sonstigen Picknick-Gewohnheiten, denn im allgemeinen bin ich eher für Rotwein zu haben (und für Frauen, die Rotwein mehr denn Champagner schätzen). Aber wenn man schon aus einer Laune heraus nach Paris fährt, dann kann man auch aus einer Laune heraus Champagner an der Seine trinken. Manchmal macht es einfach Spaß, Klischees zu erfüllen.
Und wenn man schon dabei ist, so kann man auch dabei  bleiben, und also dachte ich, ich mache mir ein Spiel aus alle dem, aus Paris, dem Champagner, der Seine und Bettina. Diese Überlegung geriet mir leicht, denn Bettina ist ein sehr, sehr hübsches Mädchen mit feinen Gesichtszügen, einer zierlichen Figur und einem entzückenden Busen. Daß sie mir in dem halben Jahr, das wir uns kennen, nebenbei zu einer wirklich guten Freundin geriet, störte meinen Gedankenfluß nicht weiter. Hingegen, daß wir in dem halben Jahr, das wir uns kennen, des öfteren miteinander flirteten, stachelte meinen Spieltrieb an.
Nun muß man aber, wenn man ein Spiel spielt, es auch ernst betreiben, ein Spiel, bei dem alle Beteiligten so handeln, als wüßten sie, daß es nur ein Spiel ist, befriedigt kein bißchen, der heilige Ernst spielender Kinder ist das Vorbild, an dem sich jeder Spieler ausrichten sollte, finde ich. Ich folge zumeist meinen eigenen Ansichten, weshalb ich also in Paris mit Bettina flirtete, wie ich noch nie mit ihr geflirtet hatte, alles mit dem Ziel, sie zu verführen (übrigens nicht nur körperlich, denn reine Körperlichkeit finde ich witzlos, das wäre nicht gerade großer Sport, man lese hierzu das „Tagebuch des Verführers“). Außerdem kaufte ich vorsorglich zwei Flaschen Champagner, denn mir mit meinen 82 kg und etwas unsoliden Trinkgewohneiten macht eine Flasche nicht viel aus, sie aber, so meine Schätzung, sollte nach einer Flasche eigentlich recht gut abgefüllt sein.
Nun ja, mein Plan ging nicht auf. Zwar mühte sie sich redlich, mir eine gute Mitspielerin zu sein, allein: Ihre Gedanken waren anderswo, bei einem Kerl, der nun gar nicht meinen Charme und meinen Esprit hat, aber dafür leider ihr Herz. Wer jetzt, in einer solchen Situation das Spiel noch zum geplanten Ende führen kann, muß zweierlei Eigenschaften in sich vereinen: Er muß ein unwiderstehlicher Don Juan sein und von jetzt auf gleich vergessen können, daß das Mädchen, das da neben ihm sitzt, eine gute Freundin ist.  Oder deutlicher: Er muß ein unwiderstehlicher Don Juan und ein Arschloch sein. Ob ich nun Arschloch genug bin, ist unerheblich, denn ein Don Juan bin ich nicht, und damit ist das Spiel für mich nicht zu retten. Es bleibt, das Handtuch zu werfen, sich einigermaßen aufrecht aus dem Ring zu stehlen und auf den Rückkampf zu hoffen – in Florenz vielleicht, vielleicht auch nur am Münchner Königsplatz, sicher aber diesmal mit Rotwein.

Read Full Post »

Können Männer und Frauen einfach nur befreundet sein?

Hah! Generation um Generation stellt sich diese Frage. Männer berufen sich bei der vermeintlich einzig wahren Antwort auf „Harry und Sally“. Frauen können zur Not immer noch auf ihren schwulen besten Freund ausweichen.

Nein trifft Ja. Und wer hat Recht?

Die einzig wahre Antwort gibt es…natürlich nicht hier. Aber meine Antwort zumindest. Und vielleicht kann sich eure Antwort ja ein kleines Beispiel an ihr nehmen?

Schauplatz:
Paris, Quai d’Austerlitz, genauer gesagt, das Seine-Ufer unterhalb.

Bühnenbild:
Eine Decke, zwei leere Champagnerflaschen, Baguettekrümel, Käserinde, Salamihaut, Zigarettenkippen, Erdbeerblüten.

Darstellende:
Ihr bester Freund und ihre Wenigkeit.

Prolog:
Aus einer Spinnerei heraus sind sie und er für ein extra langes Wochenende in der Stadt der Liebe gelandet. Nur ein paar Tage nach ihrem Geburtstag. Er, ein Mann vor den besten Jahren, der sich vorgenommen hat ihr die Welt zu Füßen zu legen. Sie, eine Frau, die sich laut ihm nicht mehr Mitte 20 nennen darf, und seit Monaten in Liebeskummer schwelgt. Paris – die Chance, sie in die Welt der Glücklichen zurückzuführen.

1. Akt:
Die perfekte Wiese ist gefunden. Die Decke wird in elegantem Schwung auf die frühlingsfrischen Grashalme geschwungen. der Champagnerkorken knallt.

2. Akt:
Die Erdbeeren werden zusammen mit dem Champagner vernascht, denn erst dann entfaltet sich ihr wahres Aroma. (Schmacht. Richard, du bist immer an unserer Seite!) Die Blicke der Darstellenden treffen sich. Er grinst. Sprüht vor Charme. Seine Komplimente bringen Eis zum Schmelzen. Sie lächelt ihn an, grinst, lacht, trinkt, plappert, genießt, schwelgt, träumt, schmachtet – doch die Augen bleiben leer.

3. Akt:
Seine Hand wandert langsam um ihre Taille, zieht sie ein Stück zu sich heran, streicht ihr eine Strähne aus dem Gesicht. Und: Machtlosigkeit. Ihre Tränen sind stärker als die Ausstrahlung der Stadt. Er traut sich nicht sie wegzuwischen. Sinnlos. Sie werden trocknen. Sie müssen trocknen. Sie müssen trocknen….

Doch nicht in Paris. Nicht durch seine Hand. Doch durch seine Worte.

Epilog:

Die Decke schwingt. Gebrochene Grashalme fallen von ihr hinab. Die Champagnerflaschen landen im Müll. Sie hinterlassen zwei grinsende und glucksende Gestalten. Die sich kichernd die unmöglichsten Geschichten, Gedanken, Träume erzählen. Sich in den Arm nehmen. Angrinsen. Schubsen.

Sind es Harry und Sally? Wer weiß? Es sind sie und ihr bester Freund. Es sind sie, ihr bester Freund und irgendwie auch Paris. Und irgendwie auch ihr Liebeskummer. Aber nicht ihrer. Sondern ihrer. Und der Beweis, dass es Freundschaft zwischen Mann und Frau gibt.

Read Full Post »

Paris sehen und sterben! Naja, fast. Aber glaubhaft wäre es schon.

Ich bin in Paris. Zum ersten Mal in meinem Leben. Ich war vorher schon in die Stadt verliebt, ich bin es immer noch. Und Paris hat die Chance, die Liebe meines Lebens zu werden.

Ich bin umgeben von der angeblich erotischsten Sprache der Welt und verzaubert. Verzaubert von jedem Oui oder Non. Verzaubert von jedem Comment ça va?

Ich werde hier bleiben. Ganz einfach.

Ich werde mindestens einen Tag im Jahr im Louvre verbringen. Grinsend vor einem Rembrandt stehen (Ja Stefan,ich habe es getan). Werde mindestens einmal im Jahr mit staubig weißen Schuhen auf einer versteckten Wiese in den Tuilerien sitzen. Werde von dort auf den Eiffelturm blicken und es nicht fassen können, wie er anscheinend gemalt am blauen Horizont prangt.

Vielleicht werde ich bis dahin mehr als ein Gericht auf der Speisekarte erkennen. Aber hey, das Boeuf Bourguignon am ersten Abend war super.

Das Boeuf Bourguignon an meinem ersten Abend in Paris. An meinem ersten Abend in der Stadt, in die ich mich schon verliebt hatte, bevor ich sie das erste Mal spüren durfte.

Read Full Post »

„Ich kann dir nichts versprechen.“ Fünf Worte, die für mich die Welt bedeuteten.

Ausgesprochen von einem Kollegen als Antwort auf eine Bitte, wäre mir sofort klar, dass ich mich gleich selbst um das Gebetene kümmern kann. Eine Vertröstung mit vorprogrammiertem Nein.

Ausgesprochen von IHM, waren diese Worte all meine Hoffnung, all das, an was ich mich noch klammerte.

Sah ich ihm beim Aussprechen des verfluchten „Ich kann dir nichts versprechen.“ in die Augen, schaltete der letzte Funken Verstand in mir noch endgültig den Betrieb ab.

Ich war verloren in Worten, die die größte Vertröstung der Welt bedeuten können – aber doch nicht mussten, einfach nicht durften, wenn ER sie mit seinen Lippen und Augen formulierte…

Heute, ein paar Monate später, blicke ich zurück auf eine junge Frau, die ich am liebsten an den Schultern packen und rütteln würde, rütteln bis dieser letzte Funken aus ihr hinausfällt.

Warum lassen wir uns nur immer wieder so vertrösten? Warum wollen wir nicht einsehen, wann wir ihn verloren haben?

Read Full Post »

Ich packe meinen Koffer

Morgen ist es soweit: Mein erstes Mal Paris. Heutiger Plan: Koffer packen. Doch das klingt leichter als gesagt. Was packe ich nur ein?

„Bequeme Schuhe und eine regenfeste Jacke, man weiß ja nie.“ wäre ja wohl eine gelungene Möglichkeit. Zumindest wenn man praktisch denkt. Zumindest, wenn man auch aus 2 Kilometer Entfernung als Tourist, nein, als deutscher Tourist enttarnt werden will.

Aber deutsche Touristin? Nein, nicht mit mir!. Ich bin verliebt in diese Stadt, obwohl ich noch nie da war. Und ich möchte, dass sie sich  mindestens genauso in mich verliebt. Liebe auf den ersten Blick. Ohne wenn und aber. Ohne praktische Outfits. Ich will gefallen. Also: Was packe ich ein? Was ziehe ich an?

Ich packe meinen Koffer und nehme mit: Mein Lieblingspaar graue Stiefel, die lilafarbenen Pumps. Flache Schuhe? Ok, wenn sie noch hineinpassen. Reichen ein Paar graue Stiefel? Das neue Jeanskleid, die schwarzen Shorts, den schwarzen Rock, ach, vielleicht doch noch die schwarzen Pumps. Die Lieblingsjeans, unbedingt das Lieblingssport in lila und schwarz, das graue Shirt, was bei der letzten Party so gut ankam, das geblümte vielleicht auch noch? Natürlich Fön (vertraue nie einem Hotelfön), Haarglätter, Shampoo, Spülung, Kur, Glättbalsam, ….. und natürlich mein rückengerechtes Kissen, zwei Bücher, das Moleskin, den Terminkalender, eine Auswahl an Sonnenbrillen….

Herrje, 5 Tage und nur ein Koffer?! Ganz tief einatmen und ausatmen: Du fährst mit dem Zug. Keine Panik. Keine Gewichtsbeschränkung. Es kann alles noch gut gehen.

Also weiter…. Hhm… Irgendwie… Ich sollte dringend an meiner Tagesplanung arbeiten. Mindestens ein Shoppingtrip passt bestimmt noch rein.

Read Full Post »

Nagelverliebt

„Ich mag es lieber wenn du keinen farbigen Nagellack trägst, dass sieht sonst so nach Hexe aus!“ Bitte was? Vielleicht sollte ich den Kontakt zu diesem Kritiker lieber abbrechen? Wie kann Mann denn nicht beim Anblick meiner handlichen Farbenpracht abheben, vor Verzückung, Begeisterung, spontanem Anfall von Liebe auf dem ersten Blick?

Liebe Männerwelt: Bitte kritisiert nie, aber wirklich nie die Wahl unseres Nagelschmucks. Seit euch einfach sicher, dass der Nagellack unser Outfit erst verkomplettiert, wir ohne ihn einfach nur halb so spannend wären! Vertraut uns einfach und ja: Verliebt euch in unsere Nägel!

Read Full Post »

Das Sorgenkind

„In Deinem Alter war ich schon verheiratet und hatte zwei Kinder.“ Wie oft durfte ich mir das schon anhören? Vermeintlich als Spaß, doch wie viel Unverständnis steckt dahinter?

Ich gestehe: Ich bin 27, nicht verheiratet, kinderlos und lebe nicht einmal mit einem Partner zusammen. Muss ich mir Sorgen um mich machen? Müssen sich andere Sorgen um mich machen?

Meine Schwester zum Beispiel hielt mir vor kurzem vor, sie sei mit ihrem Freund schon 13 Jahre zusammen, was hätte ich denn vorzuweisen?

Klar, ich konnte bis jetzt noch keinen Mann so lange an meiner Seite halten (in wen war ich eigentlich mit 14 verliebt?), aber ist die Formulierung richtig? Sollte es nicht lieber heißen: Wollte keinen Mann?

Ich bin schließlich vollkommen unabhängig. Kann die Nächte durchfeiern und Tage durchschlafen (kein Protest bitte, natürlich nur die Wochenenden) und ich muss nur vor mir selbst den leeren Kühlschrank rechtfertigen, weil das neue Paar Schuhe doch verlockender war als die Lebensmittel zum Zehntel des Preises.

Ich kann den ganzen Sonntag ungeschminkt im ausgeleierten Schlafanzug rumlaufen, ohne mich vor meinem Freund zu schämen. Und es fällt niemandem auf, wenn ich mir mal einen Tag nicht die Beine rasiere.

Natürlich, begrüßt werde ich zu Hause nur von meinen beiden Wellensittichen. Da steht kein gedeckter Tisch vor mir, kein Blumenstrauß als Überraschung. Niemand massiert mir die Füße oder flüstert mir ein „Träum süß“ ins Ohr.

Aber seien wir ehrlich Mädels: Wie oft kocht euer Freund tatsächlich abends für Euch? Wann habt ihr zum letzten Mal Blumen geschenkt bekommen? Wie viele Stunden müsst ihr immer für eine zweiminütige Massage betteln? Und wie oft schläft er eigentlich einfach schnarchend neben euch ein?

Ich gestehe: Ich bin 27, nicht verheiratet, kinderlos und lebe nicht einmal mit einem Partner zusammen. Und ich genieße es. Denn hey, ich bin erst 27!

Read Full Post »

Older Posts »